Blog

header background
9. Juni 2015 @ 23:14 by Astrid Farwick

Schlaglichter FrühjahrsSynode 2015

Schlaglichter der Frühjahrssynode 2015
Der Landesbischof in den Gruppen:
Zu seiner Rolle als Kirchenvertreter in der Endlagersuchkommission : „Wie können ethische Grundfragen eingespielt werden? Wie kann dafür gesorgt werden, dass Dispute und Debatten nicht eskalieren auch ohne dass es eine Aussöhnung der Parteien gibt? Die Frage nach der Reversibilität und der Verpflichtung gegenüber nachfolgenden Generationen stellt sich.“
Der Landesbischof vor der Synode:
Bischof Meister forderte aus Anlass des theologischen Disputes zwischen den beiden Berliner Professoren Prof. Dr. Notger Slenczka und Prof. Dr. Christoph Markschies zur Bedeutung des Alten Testaments, dass die Verbindung zur wissenschaftlichen Theologie aktiv zu halten ist. „Es zeigt, dass wir grundlegende Anfragen an die Kirche im theologischen Gespräch beantworten müsen,“ so Meister. Auch im Verhältnis der Evangelischen Kirche zum Islam stellt er die Forderung nach der wissenschaftlichen Debatte, um den Dialog mit dem Islam im Kanon mit unseren Universitäten zu intensivieren. Als Reflektion über Irritationen im demokratischen Gemeinwesen fordert er die Kirche auf, „Leitbild in einer pluralen Gesellschaft zu sein.“ Aufgabe der Institution Kirche sei es, das überindividuell Gemeinschaft Stiftende zu stärken.
Aktenstücke und Berichte vor der Landessynode:
Hilfe für Flüchtlinge findet vor allen Dingen in den Ortsgemeinden bedarfsgerecht statt. Internationale Treffen, Sprachkurse, Kleiderspenden, Patenschaften etc. werden hoch engagiert geleistet. Die Hauptlast tragen die Landkreise und Kommunen. Als Hauptproblem zeigt sich die Anmietung von Wohnraum. Zunehmend kommen Containerlösungen zum Einsatz. Pro Flüchtling und Jahr werden ca. 10.600 € benötigt . Vom Land werden aber nur 6.100 € zur Verfügung gestellt. Eine Ausweitung der finanziellen Unterstützung ist nicht in Sicht. Die Handhabung von Asylverfahren muss der Situation angepasst werden. Momentan können 60.000 Verfahren jährlich bearbeitet werden, es werden aber 300.000 Anträge jährlich gestellt. OLKR Künkel: „Wir können ergänzend Hilfe leisten aber nicht ersetzend. Wir können das Klima maßgeblich mit bestimmen.“ Bischof Meister zu diesem Thema: “Dass wir als Kirche hervorragend agieren ist an vielen Stellen sichtbar. Das Flüchtlingsproblem werden wir im 21. Jahrhundert nicht mehr los. Auch Mittel, die wir in die kirchliche Partnerschaftsarbeit geben, sind ein Beitrag zur Lösung.“ Landesbischof Meister stellt eine leerstehende Wohnung innerhalb der Bischofskanzlei für Flüchtlinge zur Verfügung.
Die Kommunikation mit den Kirchenmitgliedern als eine Maßnahme des neuen Kommunikationskonzepts. Beim letzten Ephorenkonvent in Loccum hatte der Landesbischof bereits davon gesprochen, dass eine Entkopplung vom Grundkonsens, der unsere Gesellschaft trägt, von statten geht. Eine direkte Kommunikation zu den Kirchengliedern nicht im Sinne von Krisenmanagement sondern im Sinne von Mitgliederbindung und Wertschätzung der Kirchenglieder sei angedacht. Die dafür entstehenden Kosten sind laut Synodalem Hendrik Wolf-Doettinchem“ Einnahmesicherungsausgaben“. Eine Möglichkeit sei ein Brief des Bischofs an alle Kirchenglieder. Der Landesbischof: „Chancen und Gefahren eines Bischofsbriefes stehen sich gegenüber. Meiner Meinung nach überwiegen die Chancen die Gefahren. Als Vorbereitung brauchen wir eine breite Zustimmung aller in Kirche Tätigen. Direkte Kommunikation muss beispielhaft ein gutes Mittel sein, mit allen Kirchengliedern in Kontakt zu treten.“ Weitere Voraussetzung sei, dass jeder Hauptamtliche den Brief bereits vor der Versendung kennt.
Die 24. Landessynode hatte im Rahmen der Neuordnung der Zusatzversorgungskasse beschlossen, dass eine Eigenbeteiligung der Mitarbeitenden an den Beiträgen zur Zusatzversorgung eingeführt werden soll. Dies sollte auf dem Verhandlungsweg mit der Arbeits- und Dienstrechtlichen Kommission erreicht werden. Bei fehlender Einigung soll der Ausstieg aus der Zusatzversorgung erfolgen. Bislang ist nichts verhandelt worden. OLKR Dr. Reiner Mainusch:“ Es besteht Gesprächsbereitschaft, die in einen engen Zeitrahmen bis Ende 2015 eingebunden sein muss. Klarer Eckpunkt ist die Erhöhung der Zusatzversorgung, um die Attraktivität der Landeskirche als Arbeitgeber zu erhalten, mit dem Ziel, eine gemeinsame Lösung in diesem Zeitraum zu erzielen.“
Die Neuordnung der regionalen Zusammenarbeit von Kirchengemeinden entsteht oft aus ökonomischer Not heraus. Zum Gelingen einer regionalen Entwicklung sind Freiwilligkeit und Ergebnisoffenheit entscheidender Erfolgsfaktor. Die Region soll eines der Mittel sein, die Freiräume schaffen soll. Dr. Mainusch: „Sie erschließt neue Beziehungsarbeit nach außen. Das Aktenstück macht Mut zur Verschiedenheit und stellt einen verlässlichen Rahmen zur Verfügung, in der diese Verschiedenheit gelebt werden kann.“
Umstrukturierung der Unterstützungssysteme für Kindertagesstätten – 645 Kindertagesstätten in der Ev. luth. Landeskirche Hannovers sind tägliche Kontaktpunkte zwischen Menschen mit ihrer Kirche. Seit 2008 sind neue Trägerstrukturen entstanden. Ziele der landeskirchlichen Kindertagesstättenarbeit sind
• Ein erkennbarer, christlich profilierter gleichbleibend hoher Qualitätsstandard
• Ein differenziertes Fort- und Weiterbildungsangebot für Mitarbeitende und Trägerverantwortliche
• Eine hinreichende Unterstützung der Kindertagesstätten durch die Kirchengemeinden.
Gebäudemanagement gehört zu den wichtigen Steuerungsaufgaben, die im Rahmen des Finanzausgleichsrechts den Kirchenkreisen zugewiesen wurden. Im Augenblick gibt es ca. 7.940 Gebäude in der Landeskirche. In den letzten 8 Jahren ist der Bestand um 20- 30 Gebäude jährlich gesunken. Im Augenblick werden in den meisten Kirchenkreisen Gebäudebedarfspläne von den Gebäudemanagern erarbeitet. Ein Augenmerk sollte auf den Finanzsatzungen der Kirchenkreise liegen, die die Einnahmen aus der Anlage von Erlösen aus der Veräußerung nicht benötigter unwirtschaftlicher Gebäude anders behandeln als die Einnahmen aus den gleichen Gebäuden, wenn diese im Eigentum der Kirchengemeinden verbleiben. Hier sehen die Finanzsatzungen vielfach vor, dass im ersten Fall die Einnahmen an den Kirchenkreis abzuführen sind und im zweiten Fall bei der Kirchengemeinde verbleiben. Ähnliches gilt für die Regelung von Ergänzungszuweisungen. Hier müssen Finanzsatzungen in den Kirchenkreisen angepasst werden.
Seit Juni 2007 beschäftigt sich die Landessynode mit dem Klimawandel. Aktionen wie der „Grüne Hahn“ und Gewährung von Sondermitteln für Energieeinsparinvestitionen liegen ebenso auf dieser Linie wie die Empfehlungen der Arbeitsgruppe Klimaschutz und der EKD Aufruf zur Reduzierung von CO² Emissionen. Der Bau- und Umweltausschuss wird sich mit dem Klimaschutz beschäftigen und voraussichtlich zur Novembertagung ein Aktenstück vorlegen.
Die Themen „Religiöse Bildung und Ganztagsschule“ und „die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Ev. luth. Landeskirche Hannovers“ nahmen die Arbeit von und mit Kindern und Jugendlichen in den Fokus. Religiöse Bildung fördert die Entfaltung der Persönlichkeit und Identitätsfindung eines Menschen. Hierunter fällt auch die Konfirmandenarbeit, die Inhalte des christlichen Glaubens näher vermittelt. Aufgrund der sich ändernden Lebenswelt der Jugendlichen, des Strukturwandels der Kirche und der Schule ist die Konfirmandenarbeit von einer großen Modellvielfalt geprägt. Kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist zur pädagogischen Arbeit der Schule nicht gleichartig aber gleichwertig, daher auch die Forderung der Synode, die Teilnahme am Konfirmandenunterricht der Teilnahme am Ganztagsangebot einer Ganztagsschule rechtlich gleichzustellen. Durch die stärker etablierten Schulpastoren /innen, durch die Schülerarbeit im Landesjugendpfarramt und die immer stärker auf Schule zugehende Kinder- und Jugendarbeit der Kirchengemeinden haben sich vielfältige Formen der Arbeit an Schule entwickelt. Jugendvertreter Claas Goldenstein:“ Besonderes Merkmal von verbandlicher Jugendarbeit ist selbstbestimmt, freiwillig und partizipativ zu sein.“ Vor dem Hintergrund dieses Profils evangelischer Jugendarbeit können schulkooperative Angebote sehr wohl Brückenschläge in die Jugendverbandsarbeit werden.
Das ephorale Amt hat sich in den letzten Jahren geändert. In den letzten zehn Jahren wurden zunehmend Kompetenzen auf die mitdrei Bischöfetlere Ebene, den Kirchenkreis, verlagert. Das Berufbild hat sich zunehmend von der „geistlichen Leitung“ hin zum „Kirchenkreismanager“ gewandelt. Beispielhaft seien die Errichtung von Kindertagesstättenverbänden, die Einführung der Doppik und die Fusion von Kirchenkreisämtern benannt. Werden Ausbildungs- und Zeitressourcen dem noch gerecht? Das Nachdenken über das Superintendentenamt, die Überprüfung der Zukunftsfähigkeit bestehender Strukturen vor diesem Hintergrund ist notwendig.
Die Auswertung der finanziellen Förderung aus dem Strukturanpassungsfonds hat ergeben, dass die Zahl der bedachten Kirchenkreise schrittweise verringert werden muss. Ein zusätzliches Solidarsystem neben dem allgemeinen Solidarsystem des Finanzausgleichs lässt sich zukünftig nur rechtfertigen, wenn es sich auf strukturell tatsächlich besonders benachteiligte Kirchenkreise konzentriert, deren Lage strukturell und finanziell so prekär ist, dass sie die notwendigen Veränderungsprozesse nicht allein aus eigener Kraft gestalten können.
Ein ganz besonderer Moment während der IV. Tagung der 25. Landessynode war die Bibelarbeit, die der 91 jährige Altbischof Lohse am Donnerstagmorgen zum Brief des Paulus an die Korinther über das Thema der Liebe hielt.

Über den Autor

Ähnliche Beiträge

Kommentare

No comments

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

20 − acht =

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>