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30. Oktober 2016 @ 21:03 by Astrid Farwick

Luther vs. Gruselclown

Luther vs. Gruselclown 1:0
Ein Konfirmand zeigt einem Gruselclown, wo der Hammer hängt.

von Pastor Heiko Kuschel

Die guten alten Zeiten, da alles Mannsvolk schwer bewaffnet durch die Gegend torkelte, sind zumindest in Europa schon lange passé – in den USA sieht die Sache natürlich ganz anders aus, aber darüber wollen wir heute gar nicht diskutieren. In Deutschland jedenfalls, so erzählt man sich, lief man vor ungefähr fünfhundert Jahren auf jeden Fall immer mit einem Hammer herum. Konnte ja sein, dass der Anlasser vom Auto einen kleinen Schubs benötigte. Oder der liebe Herr Nachbar. Oder dass man mal zufällig gerade ein paar Thesen aufzuhängen hatte. Hammer war immer gut. Deshalb sagt man ja auch heute noch, wenn etwas richtig gut ist: „Das ist der Hammer.“
Der Hammer war es auch, was einem armen Konfirmanden diese Woche auf dem Nachhauseweg geschah: Sprang ihn doch tatsächlich einer dieser derzeit in allen Zeitungen und Medien gehypten Gruselclowns an, um ihm einen gehörigen Schrecken zu versetzen! Das gefiel dem Konfirmanden überhaupt nicht, hatte er doch gerade erst vor ein paar Wochen die Zehn Gebote gelernt, unter anderem das siebte: „Du sollst nicht clown!“

Doch jener Konfirmand war bestens gerüstet und fackelte nicht lange: Wie es sich für einen Konfirmanden gebührte, hatte er aus dem Konfirmandenunterricht noch einen Hammer dabei, sie hatten gerade den Thesenanschlag plastisch durchgespielt. Mit selbigem, zudem noch das Luther-Wort „Sündige tapfer!“ im Ohr, verklopfte er dem gar nicht mehr so gruseligen Clown gehörig den Rücken, so dass dieser schleunigst das Weite suchte.

Der Hammer, können wir da uns da nur wiederholen. Was für eine Reaktion! Der hat ihm gezeigt, wo der Hammer hängt. Nun ja, vorsorglich schreiben wir aber: Liebe Kinder, nicht zu Hause nachmachen! Höchstens vielleicht mit einem Gummihammer. Die Grenze zwischen Notwehr und Körperverletzung ist bei Einsatz solcher durchschlagender Waffen schnell erreicht oder gar überschritten. Trotzdem: Wir ziehen den Hut vor dieser mutigen Reaktion!
Nicht geklärt ist, welcher Konfession der Gruselclown angehörte. Er wird wohl Papist gewesen sein.
Heiko Kuschel ist Citykirchen-Pfarrer in Schweinfurt und Schulbeauftragter des Dekanats Schweinfurt. Wer möchte, kann ihm auf kuschelkirche.de folgen – oder im Blog „Stilvoll glauben“ auf evangelisch.de.
P.S. Wir von Stilvoll Glauben möchten uns bei allen Katholiken und deren Fans förmlich entschuldigen, falls sie sich wegen dieser gedankenlosen Bemerkung über die Papisten auf den Schlips getreten fühlen.

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