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3. Mai 2017 @ 12:23 by Astrid Farwick

Wenn Luther heute wählen müsste …

Wenn Luther heute wählen müsste

Premiere des Kurzfilmes: 31.10. 2017 ++ FSK: ab 12 Jahren
Regie: Christina Schneider ++ Produktionsstadt: Erfurt
Er ist wieder da, Martin Luther. Knapp 500 Jahre nach seinem Wirken erwacht er im Jahr 2017 im
Augustinerkloster in Erfurt. Gänzlich irritiert läuft er durch die Straßen Erfurts, will sich ein Bild von
der neuen Welt machen und wird dabei von keinem einzigen Passanten erkannt. Er wundert sich,
dass ihn keiner mehr erkennt.
Luther stößt auf einen Kiosk und informiert sich über die aktuellen Geschehnisse. Dabei liest er
etwas ihm nicht Begreifliches- die Bundestagswahlen. Für ihn ist es völlig unklar, dass das Volk
seinen Herrscher wählt. Luther erinnert sich an das Jahr 1505 in Erfurt. Die chaotischen Zustände
des Jahres brachten ihn zu der Auffassung: Es ist besser eine schlechte Herrschaft zu haben als
gar keine. Später als sich die Bauern erhoben, stellte er sich auf die Seite der Fürsten. Er kann es
gar nicht fassen, dass es Parteien gibt, die eine Regierung bilden.
Nachdem Luther eine Weile an dem Kiosk verbrachte, möchte er sehen, ob es den Dom noch gibt.
Auf dem Domplatz angekommen, trifft er anlässlich der Wahlen auf den ersten Stand einer Partei.
Ein Redner spricht davon, dass Deutschland islamisiert wird und dass Muslime das Land
überschwemmen. Luther erinnert sich, dass die Türken in Europa eingefallen waren und denkt an
seine Schriften gegen diese Ungläubigen. Luther applaudiert kräftig. So kommt er an dem Stand
ins Gespräch und stellt fest, dass diese Partei die Flüchtlinge, die Armen aus aller Welt nicht
aufnehmen will und es ihnen dabei keineswegs um den christlichen Glauben geht.
Auf der Suche nach einer Partei, die sich um die Bedürftigen und Armen kümmert, fällt ihm ein
roter Stand auf. Luther ist begeistert, weil sich um alle Menschen gekümmert werden soll und so
hofft er, dass dies aus christlicher Nächstenliebe passiert. Doch als Luther anfängt über Jesus
Christus zu predigen, muss er feststellen, dass er ausgelacht wird.
Er wendet sich ab und sucht ein schönes Fleckchen Grün. Bei dieser Partei mit den grünen
Regenschirmen stellt er sich vor zur Ruhe zukommen. Doch was die Frau mit dem strubbligem
Haar ihm erzählt, bleibt ihm suspekt. Er weiß nichts mit Windrädern und Atomkraftwerken
anzufangen. Wieso sollte man die Natur schützen, sie ist doch da?
Er muss weiter und bleibt bei einer Partei hängen, die sich christlich nennt. Er sucht am
Parteistand die Bibel, doch er liest nirgends etwas von Jesus. Es handelt sich um Wirtschaft,
Bildung und viele gute Werke, aber Worte aus der Bibel findet er nicht.
Nachdem er sich alle Parteistände auf dem Domplatz angesehen hatte, hält Luther lauter Flyer in
der Hand. Zu seinem Entsetzen stellt er fest, dass der Dom immer noch katholisch ist.
Und so geht er zurück zum Augustinerkloster.
Auf dem Weg dorthin macht er Halt. Er setzt sich an das Ufer der Gera und beobachtet, wie das
Wasser friedlich plätschert. Aus seinen Flyer faltet er Bote und lässt eines nach dem Anderen
schwimmen. Zufrieden schlägt er den Römerbrief der Bibel auf.

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